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eCarTec 2010 – Messebummel

Wer nach der eCarTec 2010 immer noch glaubt, dass Elektromobilität ein Nischenthema ist, hatte beim Messebummel die Augen zu oder war erst gar nicht da. Es regt sich an allen Ecken, selbst in den Reihen, der lange als E-Mobility-Skeptikern verrufenen Managern aus der Automobilindustrie kommen Ankündigungen zu elektrischen Fahrzeugen, in denen nicht mehr von Jahren zur Produkteinführung, sondern von Monaten die Rede ist. Daneben machen die Pioniere der Branche nach wie vor eine gute Figur, wenn nicht sogar die beste. Ihre Fahrzeugkonzepte, mitunter jahrelang belächelt, finden Eingang bei den Entwürfen der Großserienhersteller. Klein, leicht und effizient mögen keine Argumente bei der Käuferschicht in der automobilen Oberklasse sein, überzeugen dafür das Oberstübchen und sind für die Masse des Individualverkehrs entscheidender.

Als zentrales Problem gilt nach wie vor die Ladeinfrastruktur. Auch hier hat sich ein Wandel vollzogen. Das Ideal der Tankstelle, die nur wenige Minuten Zeit kostet und hunderte Kilometer Reichweite bringt, wird nur noch selten hervorgekramt. Auf absehbare Zeit werden nur Batteriewechselstationen so etwas leisten können, bei denen die vielzahl der Akkumodelle, noch das kleinste Problem ist. Stattdessen werden Lösungen angeboten, mit denen das Laden beiläufig erfolgen kann, z.B. im Parkhaus eines Einkaufszentrums oder auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants. Laden ohne Kabel, etwa über eine Induktionsfläche im Stellplatz, wird an der Stelle den eigentlichen Durchbruch bringen. Nicht nur, dass damit die leidige Diskussion um die Bauform der Stecker erledigt ist, es auch noch so einfach, daneben wirkt die Bedienung einer Zapfsäule für Benzin wie mitteralterliche Handwerkskunst. Auch hier fehlen natürlich noch die Standards, doch bewegen sich diese auf einer wesentlich niedrigeren Komplexitätsstufe, als es bei den Wechselsystemem der Fall ist.

Mit dem Verlassen der eCarTec-Messehallen, lässt man auch die schöne heile Welt der Elektromobilität hinter sich. Lärm und Dreck der Benzinkutschen haben einen spätestens bei der Parkplatzausfahrt wieder. Wenn man dann auf der Autobahn dahinfährt, fällt einem unwillkürlich die Keynote zum eCarTec Kongress von Prof. Schreckenberg wieder ein, in der er sagte, dass Menschen mit dem Einsteigen ins Auto andere werden. Daran werden vermutlich Elektroautos zunächst auch nicht viel ändern und die grösste Herausforderung auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität bleibt der Mensch. Doch die Zeichen stehen gut. Denn mit dem Paradigmenwechsel, der mit der Elektromobilität einhergeht, gewinnen auch vernetzte Verkehrskonzepte an Bedeutung, die ihrerseits Elektrofahrzeugen, z.B. als Leihwagen oder im Carsharing, eine breitere Basis verschaffen.

Bilder von der eCarTec 2010:

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Fotos: Michael Wenzl CC by-sa

Geschrieben von - 22. Oktober 2010

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