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e-miglia 2011: 32 Teams gehen dieses Jahr an den Start

Höher und weiter geht es in diesem Jahr bei der Elektrorallye e-miglia und auch das Starterfeld ist eine Spur illustrer. Dieses Jahr ist mit Érik Comas sogar ein Fahrer mit Formel 1 Vergangenheit dabei. Der Franzose fuhr von 1991 bis 1994 in der sog. Königsklasse und war danach erfolgreicher Langstreckenfahrer. Für Vorjahressieger Tim Ruhoff wird die Titelverteidigung damit eine besondere Herausforderung, zumal Comas und Ruhoff mit nahezu identischen Fahrzeugtypen unterwegs sind, dem Tesla Roadster.
Wie Elektromobilität jenseits der Sereienproduktion aussieht, zeigen die Kroaten vom Team Rimac Automobili, sie nehmen einem umgebauten 3er BMW (E30) teil. Das Jetcar, ebenfalls ein Prototyp, war letztes Jahr leider ausgeschieden, dieses Jahr startet es den zweiten Versuch, der dann hoffentlich am Ziel in St. Moritz gefeiert werden darf. Überhaupt sind einige Vorjahresstarter wieder dabei, u.a. Robert und Marina Häring mit ihrem gelben Tesla Roadster, „Gentleman Driver“ Reiner Mauch (ebenfalls Tesla) und Heinz Rabe mit seinem knallroten Tazzari Zero.

In der Klasse der Dreiräder geht es bei der e-miglia 2011 mit etwas mehr Wettbewerb zu. Nachdem wir letztes Jahr als Team Anders-Unterwegs.de gezeigt haben, dass es mit dem Twike möglich ist so eine Rallye zu bestehen, nehmen jetzt zwei Teams teil, die mit dem elektrischen Dreirad unterwegs sind. Was den Energieverbrauch angeht, gehören sie bestimmt zu den sparsamsten im Feld. Nicht nur weil sie jeweils auf den Beifahrer verzichten und damit Gewicht sparen, sondern weil das Twike von vorneherein mit wenig Strom vergleichsweise weite Strecken zurücklegen kann. Gespannt darf man auf die spektakulären Bilder vom Großglockner sein.

Pressemitteilung der Veranstalter:

Das Teilnehmerfeld der 32 e-miglia Starter ist dieses Jahr noch vielseitiger als zur Premiere. Tim Ruhoff (D) wird seinen Titel hart verteidigen müssen. Der ehemalige Formel1 Fahrer Erik Comas (F), der jetzt in Green Cars sitzt und Challenges veranstaltet, geht ebenfalls mit einem Tesla an den Start. Sowohl Ruhoff als auch Comas konnten mit ihren e-Fahrzeugen schon Siege einfahren. Ein hochvoltiger Zweikampf scheint vorprogrammiert. Ruhoff: „Erik Comas ist feststehender Meister für sparsames Fahren. Nachdem dieses Jahr der Stromverbrauch in die Wertung der e-miglia einfließt, sehe ich Comas als echt gefährlich. Persönlich habe ich ihn noch nicht kennengelernt, jedoch ist mein Rallye-Tesla – privat habe ich aus Überzeugung noch nie ein Auto besessen – ein exakter Nachbau seines Siegerfahrzeuges von 2010. Da werde ich jetzt noch mehr trainieren und eine neue Strategie ausarbeiten. Es wird richtig spannend.“ Doch die Effizienz ist nur ein Kriterium in der Bewertungsskala der Gleichmäßigkeitsrally e-miglia.

Steht durch die neue Verbrauchswertung zu befürchten, dass die Rallyepiloten nur dahinschleichen? Manuel Atzler, Projektleiter der e-miglia: „Nein, ein Dahinbummeln funktioniert bei der Rallye nicht. Eigentlich ist die ganze Route eine Prüfung. Die Zeitvorgaben der Liaisons einzuhalten, die für die Wertung sehr wichtig sind, erfordern schon normale Geschwindigkeiten, ohne jedoch die Verkehrsregeln übertreten zu müssen. Auch die Zeitgenauigkeit in den Prüfungen hat Gewicht und der Verbrauch ist im Vergleich zum Jahr 2010 ein Kriterium mehr, welches den Ausschlag für den Sieg geben kann. Am Ende muss aber jeder Teilnehmer seine eigene Strategie, angepasst an sein Fahrzeug, entwickeln.“

Und ein ganz eigenes Rallyekonzept hat sicher Michael Buse (D), der sich mit dem Raleigh Elektro-Fahrrad 800 km durch die Alpen strampelt. Auf die Frage, ob der Ostfriese sich den Großglockner mit rund 1700 Höhenmeter zutraut, meint er entspannt, seine Kondition sei ausreichend. Nach diversen Marathon- und Ultraläufen bis 100 km, unter anderem durch die Sahara, ist hier ein interessanter Kandidat unterwegs, der mit der Verbrauchswertung definitiv kein Problem hat.
Nicht jeder hat den Sieg als Ziel. Peter Reiter-Machoi, Beifahrer im eMINI von TÜV SÜD, möchte unter anderem Kunst kreieren und auf einer virtuellen Karte Spuren der Route hinterlassen. Horst Schneider, Vorstand TÜV SÜD AG, ist ebenfalls Pilot eines e-MINI und wird die e-miglia nutzen, Daten zum Thema Aktionsradius zu sammeln. „Für die Detailentwicklung des sehr praxisnahen Prüfzyklus hat uns die e-miglia schon 2010 wichtige Erkenntnisse geliefert“, betont Horst Schneider.

Marc de Jong (UK) wird die Strecke im Nissan Leaf bewältigen. Für ihn eine ganz neue Rallyeerfahrung, denn sein Tätigkeitsbereich ist schon Familientradition und liegt bei der WRC, der World Rallye Championship im Vermarktungsbereich.
De Jong: „Eine Rallye bin ich schon lange nicht mehr gefahren und die Erfahrung mit einem e-Mobil ist für mich wirklich neu. Rallye ohne Dreck, Krach und Benzingestank. Ich bin sehr gespannt und lasse dieses neue Erlebnis auf mich zukommen, aber nicht ohne Ambitionen.“

Der Südtiroler Fuzzy Walter Kofler (I) hingegen ist ein alter Rallyeprofi. Die Mille Miglia hat Fuzzy dreimal bestritten, doch zeitgenau zu fahren ist für ihn neu und die Ressourceneinteilung des Think City muss er noch erfahren. Hingegen machen die Pässe der e-miglia Route ihm als Mann aus den Bergen wenig Sorge.
Sozusagen rückwärts fährt Hansjörg Hosch (CH) aus der Energiestadt St. Moritz, die gleichzeitig Zielort der e-miglia ist. Zuerst muss er nach München zum Start am 1. August und dann die Runde via Österreich/Großglockner und Bozen/Italien Heim ins Engadin drehen. Hosch fährt den i-Miev auch privat schon lange in den Bergen und weiß genau auf was es ankommt.
Selten gibt es Frauenteams im Motorsport, aber die e-miglia hat gleich zwei reine Frauenteams aus Deutschland am Start. Im eRUF Coupe sitzen Sabine Heiß und Nina Bichlmaier (D). Bei diesem sportlichen Fahrzeug schlagen auch Männerherzen deutlich höher. Der Cityflitzer Think City hat sich auf seinem Weg über die Alpen 2010 schon bewährt und wird pilotiert von Brigitte Häring und Roswitha Gumpendobler.

Der Lohn

Natürlich sind die Freude am CO2-freien Fahren und die schöne Bergwelt der gewählten Route der höchste Lohn bei der e-miglia. Aber trotzdem gibt es für die Teilnehmer noch ein Preisgeld von insgesamt € 10.000. Zudem erhalten die Teams die offizielle e-miglia Uhr von THE ONE Watches bei der Teampräsentation direkt aus der Hand des CEO Anton Kraft. Außergewöhnliches Design und Funktion. THE ONE Uhren sind auch energiesparend. Strom wird nur verbraucht, wenn man die Uhrzeit ablesen will. Auf Knopfdruck beginnen die LEDs zu leuchten, ansonsten befindet sich die Batterie im Ruhezustand.

E-Mobilität hautnah erleben am 1. August in München ab 15:30 Uhr

Bevor die Teams am Dienstagmorgen um 9 Uhr auf die rund 800 Kilometer lange Strecke von München über den Großglockner nach Bozen und durch das Engadin bis St. Moritz starten, lädt die e-miglia am Montagnachmittag, 1. August, zum öffentlichen Fahrerlager in die TÜV SÜD-Niederlassung in der Ridlerstraße 57 in München ein. Jeder kann hier ab 15:30 Uhr E-Mobilität live erleben. Ab 17 Uhr werden Teams und Technik von SWR-Moderator Constantin Beims vorgestellt. Dann besteht die Möglichkeit, bei Piloten, Co-Piloten und Experten mehr über das Thema E-Mobilität zu erfahren. Reichweiten, Lademöglichkeiten, Stromherkunft, Rekuperationstechnik, Versicherungsschutz und Pannenhilfe sind die FAQ der E-Mobilität.

Weitere Informationen, die gesamte Teilnehmerliste und Bildmaterial auf: www.e-miglia.com

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