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e-miglia 2010 – Zweite Etappe von Füssen nach Innsbruck
Eine Stunde früher als gestern ging es heute morgen los, um 08:16 Uhr hiess es für uns auf nach Innsbruck. Nach dem Fernpass (1210 m.üA.) und einer Sonderprüfung bei Mieming, standen zwei weitere knackige Anstiege auf dem Programm. Etwa 600 Höhenmeter nach Seefeld (1180 m.ü.A.) und nach einer Abfahrt, noch einmal 500 Höhenmeter nach Sellrain, OT Tanneben. Da sahen uns wohl schon einige Rallyekollegen straucheln, doch die mussten wir enttäuschen. Entspannt ging es mit unserem TWIKE in Innsbruck durchs Ziel.
Die Sonderprüfung war nicht so ganz unser Fall. Nach der gestrigen Erfahrung, haben wir heute ein wenig Geschwindigkeit aufgenommen. Das zeigte zwar deutlich zu was ein TWIKE fähig sein kann, brachte uns aber leider eine Strafzeit ein. Immerhin, das Roadbook hatten wir heute besser im Griff, von einer übersehenen Abzweigung abgesehen, lief die Navigation hervorragend.
Im heutigen Rallye-Bulletin wurden wir explizit erwähnt:
Starke Waden zeigten Michael Wenzl und Jürgen Putzer im Twike, dem einzigen Wettkampfgefährt mit Steuerhebel und Fahrradpedalen. Die unterstützen den bis zu 5 kW starken Antrieb der futuristischen Konstruktion. Aber alleine mit den Pedalen wäre es nicht möglich, das Fahrzeug von der Stelle zu bewegen. Dazu ist das Twike mit einem Leergewicht von 300 kg einfach zu schwer, so Wenzl, der bei der e-miglia 2010 seine Rallyepremiere bestreitet. Beim Twike geht es laut Wenzl in erster Linie um Effizienz:
Pedalieren und Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, helfen uns, die Akkus stets bei Laune zu halten.
Es führt immer noch das Team Energiebau, gefolgt von zwei weiteren Tesla Roadstern. Wir schauen uns das weiter lieber von hinten an. Bei dem Aufwand, den einige Teams bei der e-miglia 2010 an den Tag legen, schlagen wir uns ganz gut. Erst Recht wenn man bedenkt, dass das TWIKE mit einem Bruchteil des Energiebedarfs ebenso ans Ziel kommt. Schön wäre es, wenn weiter fair durch die Alpen ginge. Andere Teilnehmer zu schneiden, das Überholen durch zu dicht auffahrende Begleitfahrzeuge zu verhindern und Reglementdiskussionen mögen dem Ego gefallen, helfen der Idee die Elektromobilität zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen aber nur bedingt.
An der Stelle steht auch der Veranstalter in der Pflicht. Mehr Transparenz könnte unnötige Diskussionen und Anfeindungen verhindern. Die e-miglia steht am Anfang einer Entwicklung und viele Regelungen müssen auch im Verlauf der Rallye angepasst werden. Dieser Prozess würde möglicherweise besser akzeptiert werden, wenn das Teilnehmerfeld nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden würde.
Die Rallye soll doch Spaß machen und, dass das Reglement nicht so ganz 100prozentig auf das elektromobile Umfeld angepasst ist, war auch von vorneherein klar. Trotzdem sind wir quasi chancenlos und oft genug belächelt an den Start gegangen. In diesem Sinne, immer auf dem Boden bleiben, morgen geht es noch hoch genug hinaus.
Bilder vom zweiten Tag der e-miglia 2010:
Fotos: Michael Wenzl CC by-sa
In der Webisode des zweiten Tages testet Katja Poensgen verschiedene Elektromobile und reisst sich Marcels Motorrad unter den Nagel:
Veröffentlicht unter: e-miglia, Events · Etiketten: fernpass, füssen, innsbruck, mieming, seefeld, tannrain, tesla roadster, twike


Hey lasst euch den Spaß nicht verderben, wir Hersbrucker Sponsoren sind mit einem Klassensieg bei den Dreirädern völlig zufrieden. Um die Wette fahren ist was für kleine Jungs, Ihr dagegen seid Botschafter für die nachhaltige Entwicklung einer Region.
Es ist sicher kein Zufall, dass sich in allen Branchen (und nicht nur im Web 2.0) Transparenz zum Zauberwort der Glaubwürdigkeit entwickelt.
Tolle Geschichte. Hab’ leider erst jetzt davon gelesen. Gibt es eigentlich sowas wie ein Livetracking wo sich die Fahrzeuge gerade befinden? Wäre interessant zu verfolgen.
Viele Grüße aus Bamberg!
Für die e-miglia Organisatoren ist das Ganze Neuland, wie für die Teilnehmer auch. Und vom Ehrgeiz der Piloten und Begleitmannschaften lebt jede Rallye, das zeichnet sie aus, auch wenn’s zuweilen grenzwertig wird (siehe Schummi). Also gebt Gummi, wenn’s geht, und ein Lächeln, wenn’s klappt. Doch für heute, wo “der Berg ruft” und euch fordert, wird gerne akzeptiert, wie ihr die dritte Etappe meistern wollt: weiter entspannt den elektromobilen Ehrgeiz beobachten, und ihn (mental) überholen, ohne aufzuholen.
Hallo, liebe Mitstreiter in Orange,
dass wir (begeisterte Fernwanderer und Radfahrer) heimliche Fans eures Teams sind, habt ihr sicher gemerkt. Darum ein paar Worte an dieser Stelle aus der heimischen Boxengasse.
Unser ‘Team Energiebau’ um Pilot Tim und CoPilot Steven (übrigens begleitfahrzeugfrei unterwegs und absolute Amateure im Rallye-Metier) hatte gestern Abend tatsächlich keinen leichten Stand. Beide waren überrascht, wie nach der zweiten gewonnen Sonderprüfung, die Stimmung in einigen Teams umschlug – eben genauso, wie ihr es hier beschrieben habt. Es geht auch uns in erster Linie darum, den Gedanken der E-Mobilität nach vorne zu bringen, e-Mobile Präsenz zu zeigen und zu manifestieren – und Spaß zu haben und zu vermitteln. Die beiden haben sich mit den Möglichkeiten, die sich unserem kleinen Team boten, vorbereitet und haben dies mit Ehrgeiz, Elan und vor allem mit jeder Menge Spaß getan. Sie sind mit der Situation, die sich gestern überraschend bei der Zieleinfahrt der Sonderprüfung bot, offensichtlich noch gut klar gekommen. Ganz ehrlich: Keiner war überraschter über die erneute Führung, als Tim und Steven selbst. Das haben sie einfach klasse hinbekommen.
Wir wissen gerade noch nicht, wie der aktuelle Stand ist, schließen uns aber an: Lasst euch den Spaß nicht verderben! Die Außenwirkung ist ganz eindeutig absolut POSITIV und euer TWIKE ein absoluter Hingucker – genauso wie übrigens das ebenfalls orange Jetcar. ‘Held der Frauenherzen’ hier im Team ist definitv Marcel Schwager, der einziger Motorradfahrer im Starterfeld auf seiner Quantya Strada…
Beste Grüße aus der Boxengasse von
Roland E. Weber / Team Energiebau
@Roland Weber:
Eine umschlagende Stimmung habe ich nicht bemerkt. Dass Tim und Steven das so wahrgenommen kann ich mir schon vorstellen. Diskussionen ums Reglement kristallisieren sich i.d.R. um den/die Führenden und neigen dazu ad hominem geführt zu werden. Das halte ich aber für ein Systemproblem. Im Teilnehmerfeld meine ich eher vernommen zu haben, dass die Diskussion selbst auf Unmut gestossen ist, weil man nicht nachvollziehen konnte um was es eigentlich ging und warum das so wehement ausgetragen wurde.
Heute wissen wir einmal mehr, dass nichts so heiss gegessen wird, wie es gekocht wird. Am nächsten Tag hatten sich die Gemüter beruhigt und Änderungen am Reglement wurden fortan erklärt.
Bzgl. Spass, muss ich allerdings eines schon auch ins Feld führen. Reine philantropie gibt es im Wettbewerb nicht. Ansonsten könnte man die Siegesprämie und mediale Vermarktung gleich sein lassen
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